Die 3 Eigenschaften wirksamer Objectives und wie man sie jedes Mal trifft

Nov. 3, 2022 • Dr. Paul Weber

Die Formulierung von OKR sind Herzstück und Risikofaktor des Frameworks zugleich. Denn wer kein einfaches Vorgehen gefunden hat, um gute OKR zu definieren, wird schnell die Freude daran verlieren.

Warum es so schwer ist, gute Objectives zu definieren

Zwei Leute, drei Meinungen. Eine Formulierung zu finden, mit der alle zufrieden sind, ist immer wieder eine Herausforderung.

Zunächst deshalb, weil jeder seine eigene Einschätzung davon hat, was wichtig ist und was nicht. Verständnis für die Themen der anderen aufzubringen fällt schwer. Und das ist verständlich: wenn ich davon überzeugt bin, dass ich die wahren Bottlenecks sehe - warum sollte ich dann meine Energie in die Vorschläge von anderen stecken?

Gute Objectives zu definieren ist aber auch deshalb schwer, weil es oft kein gemeinsames Verständnis gibt, was gute Objectives überhaupt ausmacht. Und wenn nicht klar ist, worauf genau zu achten ist, lässt sich auch nicht konstruktiv über Qualität diskutieren. Eine lange und zermürbende Diskussion ohne zufriedenstellende Ergebnisse ist die notwendige Folge.

Ein funktionierender Ansatz um wirksame Objectives zu definieren, die vom gesamten Team unterstützt werden, muss deshalb beides berücksichtigen: ein gemeinsames Verständnis von a) den wichtigen Themen und b) den wichtigen Eigenschaften einer Objective.

3 statt 10 - welche Eigenschaften Objectives wirklich brauchen

Solange es im Team keinen Konsens gibt, wie eine gute Objective aussehen sollte, wird man keine Freude an der Definition haben. Wenn jeder nur eine ungefähre Vorstellung davon hat, was eine Objective ausmacht, kann die Diskussion nur vage und unkonkret werden.

Der Schlüssel zu einer einfachen und interessanten Definition liegt in einem klaren Konzept, was denn eine gute Objective überhaupt ausmacht.

Was sollte sie sein? Motivierend, strategisch, abgestimmt, wichtig, spezifisch, messbar, ergebnisorientiert, data-driven, erreichbar, terminiert?

Um einer ungerichteten Diskussion zu entkommen, bei der nie alle Teammitglieder mit der Formulierung zufrieden sind, lohnt sich der Blick auf das Objective Triangle. Das Dreieck zwischen Zielen, der Führung und dem Team stellt die 3 wichtigsten Eigenschaften einer Objective deutlich heraus.

Objective Triangle

Die Führung ist für den strategischen Fortschritt des Teams verantwortlich. Wachstum und Profitabilität wird nur durch geschickte Weiterentwicklung erreicht. Die Hauptrichtung der Ziele muss daher immer von der Unternehmensstrategie abgeleitet werden.

Für das Team spielt der Faktor der Motivation die herausragende Rolle. Was bewegt mich dazu, auf ein Ziel hinzuarbeiten? Warum bin ich Teil des Teams? Wie passt meine Tätigkeit zu meinen Überzeugungen?

Zwischen Führung und Team ist die Abstimmung zentral. Denn Ziele müssen nicht nur sinnvoll und erstrebenswert, sondern auch erreichbar sein. Und so müssen Führung und Team gemeinsam sicherstellen, dass die Kapazität ausreicht, um an den definierten Zielen zu arbeiten.

Objectives definieren in der Praxis

Über das Objective Triangle wird deutlich, was eine Objective sein sollte: strategisch, motivierend und erreichbar. Das sind die drei zentralen Eigenschaften, die von jeder Objective erfüllt sein sollten. Nur darüber ist sichergestellt, dass das Team langfristigen Fortschritt erzielt, die Ziele gerne erreichen möchte, und auch tatsächlich daran arbeitet.

In der Praxis werden Objectives auch anhand dieser Eigenschaften diskutiert. Was ist der strategische Aspekt der vorgeschlagenen Objective? Inwiefern wirkt sie motivierend? Und wie wird sichergestellt, dass sie nicht nur Wunschdenken sondern unter realistischen Bedingungen erreichbar ist?

So wird aus unqualifiziertem Feedback eine konstruktive Rückmeldung. Und aus einem zähen Formulierungs-Meeting ein spannender Austausch über Strategie, persönlichen Zielen und nächsten Schritten.