OKR und schlechte Stimmung: Wie verbessern Sie die Akzeptanz im Team?

Aug. 5, 2022 • Dr. Paul Weber

Nicht jedes Check-In läuft rund, und einige Plannings sind schlechter vorbereitet als andere. Doch was tun, wenn das Team nicht von OKR überzeugt ist?

Damit die Situation nicht aus dem Ruder gerät stellen wir Ihnen drei Möglichkeiten vor und geben Ihnen eine klare Empfehlung.

OKR Compliance über Executive Order

Das ist mit Abstand die am häufigsten gewählte Gangart. Weil es das einfachste ist, seinem Frust freien Lauf zu lassen. Man sieht ein ungewolltes Verhalten und kritisiert es direkt. Mögliche Hintergründe zu durchdenken wäre deutlich aufwendiger. Dazu kommt, dass wir es gewohnt sind über Macht geführt zu werden. Es scheint so natürlich.

Die Macht-Karte ist aber nicht nur die häufigste, sondern auch diejenige, die am schlechtesten funktioniert. Und wenn sie tatsächlich Wirkung zeigt, dann nur für ein paar Tage. Der Druck-Effekt lässt schnell nach.

Schlimmer noch. Wer die Karte häufiger spielt, ermutigt dadurch zu einer oberflächlichen Regeltreue. Solange kontrolliert wird, läuft es nach Plan. Doch das ersehnte Verantwortungsgefühl wird ausbleiben und Vertrauen nachhaltig zerstört.

Werben für Verständnis und Akzeptanz

Das ist die Variante mit dem größten Zuspruch. Wenn das Team die Notwendigkeit und den Nutzen von OKR versteht, wird es auch systematisch damit arbeiten - so das Argument. Man spricht dem Team damit Kompetenz zu, und baut auf die intrinsische Motivation des Einzelnen.

Was zunächst absolut valide scheint, hat allerdings eine entscheidende Schwachstelle.

Denn die Wurzel negativer Stimmung ist ja, dass etwas anstrengend ist, ohne dass der Sinn darin gesehen wird. Sie hat damit zwei Komponenten: fehlendes Verständnis und Anstrengung. Durch Verständnis können Sie für Akzeptanz sorgen, aber die Ausführung wird trotzdem anstrengend bleiben.

Eine echte Lösung kommt daher nicht nur durch Verständnis, sondern durch eine Vereinfachung.

Wenn beispielsweise Ihre Definitions-Phase vom Team als stressig und nervtötend empfunden wird, können Sie versuchen Verständnis zu bekommen. Aber selbst dann wird die Phase weiter schwierig sein, da sich an der tatsächlichen Arbeit nichts geändert hat. Und es wird weiter an echtem Engagement fehlen.

Einfach zum Erfolg

Mit dieser Vorgehensweise gehen Sie an die eigentliche Wurzel des Problems. Sie gehen der ablehnenden Haltung des Teams nach, um die Ursache zu finden. Und Sie werden die Abläufe finden, die schwierig sind, wo es Unklarheiten gibt, oder verschiedene Meinungen.

Beheben Sie die Ursache, und gestalten Sie die Arbeit mit OKR einfacher, verschwinden negative Kommentare und OKR werden als System akzeptiert.

Wer diesen Weg gehen möchte, muss sich allerdings drei Herausforderungen stellen:

  1. Bestehende Abläufe müssen ehrlich hinterfragt werden. Was ist wirklich nötig? Was kann man anders machen? Und was ist nur aufgrund von persönlichen Meinungen vorgeschrieben?
  2. Eine verbesserte Variante muss ausgearbeitet werden. Denn nur weil Schwierigkeiten bekannt sind, liegt eine einfachere Alternative nicht unbedingt auf der Hand.
  3. Zu guter Letzt müssen geplante Änderungen auch umgesetzt werden. Je nach Struktur und Engagement der Organisation ist das häufig die eigentliche Aufgabe.

Für sämtliche Verbesserungen des eigenen OKR Systems gibt es einen zentralen Einstiegspunkt: die Retrospektive.

Die eingebaute OKR Lösung: Retrospektiven richtig durchführen

Die Einführung von OKR ist nie reibungslos. Deshalb ist die OKR Retrospektive ein fester Teil des OKR Zyklus, und sorgt für kontinuierliche Verbesserung.

Am Ende eines Quartals reflektieren Sie mit Ihrem Team. Was hat funktioniert? Was sorgt für Overhead und Probleme?

Diskutieren Sie die Zusammenarbeit offen mit dem Team. Geben Sie Möglichkeiten für Feedback, identifizieren Sie die Frustquellen und gehen Sie diese konkret an.

Lassen Sie Unzufriedenheit und negative Stimmung nicht einfach stehen. Signalisieren Sie Ihrem Team Ihre Entschlossenheit, OKR zu vereinfachen. Packen Sie es an.