OKR verstehen: Die 3 Erfolgstreiber um von Chaos zur geordneten Umsetzung zu kommen

Dec. 9, 2022 • Dr. Paul Weber

Nicht ist frustrierender als profitable Ideen im Raum, aber in der Umsetzung permanent die Deadlines zu reißen. Genau da setzt OKR an und sorgt für eine einwandfreie Koordination. Hier sind die 3 Treiber, durch die OKR so hervorragend funktioniert.

Präzise Abstimmung führt zu glasklar formulierten Zielen

Die häufige Aussage, dass die bloße Formulierung von OKR den Unterschied macht, ist grob falsch. Aber dennoch hat sie einiges mit dem Erfolg von OKR zu tun.

OKR können nur dann formuliert werden, wenn die übergeordneten Ziele verstanden und akzeptiert wurden. Denn jede OKR Definition, die ohne eine stringende Strategie durchgeführt wird, endet im Deasaster. OKR leben von der Ausrichtung auf das große Ganze, und dem gemeinsamen Verständnis von den Schritten, die jetzt am wichtigsten sind. Allein das ist ein großer Mehrwert und bei den meisten Teams, die nicht mit OKR arbeiten, leider nicht gegeben.

Da die Klärung der mittelfristigen Strategie zu einer scharfen Ausrichtung der einzelnen Teams führt, ergibt sich dadurch auch ein indirekter aber starker Abstimmungseffekt. Wenn sämtliche Teams auf die nun klar definierten übergeordneten Ziele einzahlen, gibt es auch mehr Überschneidungen zwischen den Teams. Support-Anfragen werden schneller bearbeitet, Projektlaufzeiten verkürzen sich, das gemeinsame Verständnis nimmt zu.

Dieser Effekt kann durch eine aktive Abstimmung zwischen den Teams noch weiter verstärkt werden. Mit etwas Übung greifen die Initiativen der Teams nahtlos ineinander, und man kommt von mehreren individuellen Sichtweisen zu einer gemeinsamen fokussierten Ausführung.

Der Fokus auf Messbarkeit und Ergebnisorientierung bündelt Ressourcen und beschleunigt den Fortschritt

Objectives und Key Results haben eine bestimmte Form. Während die Objective die Brücke zwischen Strategie und Umsetzung schlägt, sind die Key Results quantitativ und auf ein konkretes Ergebnis ausgerichtet.

Schon die Messbarkeit sorgt für Transparenz und eine andere Arbeitsweise. Während explizite Zahlen es der Führung leichter machen, Fortschritte abzuschätzen und Ressourcen besser zu verteilen, sind sie auch für das Team eine große Hilfe um anfallende Aufgaben richtig zu priorisieren. Wenn zwischen zwei Initiativen ausgewählt werden muss, kann einfach gefragt werden: was bringt die Metrik eher nach oben, A oder B? So wird sich bewusst auf die Aufgaben konzentriert, die auch einen messbaren Mehrwert bringen.

Die Ergebnisorientierung erleichtert die Führung. Statt häufigem und mehrmaligem Erklären der nächsten Aufgabe wird das Ziel klar gefasst. Auf seiten des Managements wird so der Kommunikationsbedarf gesenkt, auf seiten des Teams wird Freiraum zu Umsetzung gegeben. Da häufig die Teams deutlich mehr Know-How bezüglich des definierten Ziels haben, werden Missverständnisse vermieden und die Ausführung erfolgt reibungsfreier.

Gesteuertes Bottom-Up führt zu besseren Entscheidungen und realistischer Planung

Was alle im Management wissen, vielen aber immer noch unangenehm ist, und von den wenigsten richtig genutzt wird: ihr Team weiß mehr als sie. Im Team sitzen die Experten. Im Team werden die Erfahrungen gemacht. Im Team etablieren sich Best-Practices des Alltagsgeschäfts. Nicht im Management.

Daher setzt OKR auf Feedback aus den Teams, und lässt dies an vielen Stellen einfließen: bei der Aktualisierung der Strategie, der Zielsetzung, der Ausführung, und der Retrospektive.

Feedback ist jedoch nicht gleich Feedback. Um die Perspektiven der Teams sinnvoll aufzunehmen und zu verarbeiten, braucht es Strukturen und ein geordnetes Vorgehen. Sonst verliert sich Feedback in allgemeinem Gerede.

Wo für andere Feedback nur ein Buzzword ist, und hier und da unstrukturiert nachgefragt wird, liefert OKR die Koordination und klare Känale. Bottom-Up wird gesteuert und zielgerichtet eingesetzt, ohne auf die klare Führung über Top-Down zu verzichten - so wird die ganze Kraft genutzt.

OKR ist ein Management-Framework mit vielen Facetten und Ausprägungen. Aber diese 3 Treiber bilden den Kern. Sie sind die eigentlichen Erfolgsfaktoren: präzise Abstimmung, Fokus auf Messbarkeit und Ergebnisorientierung, und gesteuertes Bottom-Up. Nur der wird mit OKR durchschlagenden Erfolg haben, der diese 3 Treiber versteht und richtig einsetzt.