Wenn das Commitment fehlt: 5 Ursachen und wirksame Ansätze

March 15, 2022 • Dr. Paul Weber

Wenn es an Commitment fehlt, dann fehlt es an allem: an Engagement, an Fortschritt, und am dringend benötigten Erfolg. Was kann man tun, um Commitment gezielt aufzubauen und die gemeinsame Arbeit an den OKR zu fördern? Hier sind die 5 besten Möglichkeiten.

Von der Führung fest vorgebene OKRs sind fatal

Macht die Geschäftsführung eine klare Ansage und legt OKR für die Teams fest, sind die neuen Ziele nichts weiter als zusätzliche Aufgaben. Sie mögen schön formuliert sein, vielleicht auch durchdacht und thematisch absolut richtig - aber so lange sie den Charakter von weiterer aufgetischter Arbeit haben, die auch noch zu erledigen ist, wird es kein Commitment geben.

Denn Commitment kommt durch Selbstbestimmung. Es wird aufgebaut durch das Gefühl: “Ich habe mir das ausgesucht. Ich wollte das. Ich bin dafür verantwortlich.” OKR vorzugeben geht genau in die andere Richtung und ist daher genau kontra-produktiv.

OKR im Widerspruch zur eigenen Überzeugung

Jedes Team hat seine eigene Vorstellung, was jetzt am wichtigsten ist - und jeder Mitarbeiter ebenfalls. Durch die Verantwortung im Tagesgeschäft werden Brennpunkte gesehen und Meinungen gebildet. Endet die OKR Definition aber mit Zielen, die scheinbar unvereinbar mit den eigenen Überzeugungen von Wichtigkeit und Priorität sind, ist Commitment unerreichbar.

Daher ist schon bei der Vorbereitung der Definition darauf zu achten, dass ein gemeinsames Verständnis der kritischen Themen geschaffen wird. Das bedeutet nicht, dass OKR entsprechend der Meinung des Teams definiert werden sollten, oft ist das Gegenteil der Fall. Doch die Perspektive des Teams muss so erweitert werden, und die der Führung so angpasst, dass eine gemeinsame Perspektive entsteht.

Keine Identifikation mit langfristigen Zielen

Vielleicht sind einzelne des Teams mit den OKR an sich einverstanden, aber sie können der mittel- und langfristigen Planung nichts abgewinnen. Wofür steht das Unternehmen? Welche zentrale Aufgabe kommt dem Team zu, und was ist der genaue Beitrag eines jeden einzelnen?

Dass Mitarbeiter zum Unternehmen passen und sich mit der Grundrichtung identifizieren muss schon bei Einstellung sichergestellt werden. Aber damit ist es längst noch nicht getan. Regelmäßige Bekräftigungen und häufige Auffrischung der Nähe zur Vision ist wesentlich. Ob das durch entsprechende Townhalls, Team Awards, oder thematisch passende Gespräche stattfindet, ist dabei zweitranging. Wesentlich ist die gemeinsame Reise und der gemeinsame Erfolg.

Das dringende Tagesgeschäft erstickt das Engagement

Selbst wenn die OKR zu den eigenen Übergzeugungen und Fähigkeiten passen - so lange keine Zeit dafür bleibt ist Commitment ebenfalls ausgeschlossen. Denn wenn zu viele Aufgaben ins Team gegeben werden, signalisiert das ein fehlendes Commitment der Führung zu einigen wenigen Zielen. Und wenn die Führung nicht geschlossen hinter einem Thema steht, wird das Team es noch viel weniger tun.

Eine realistische Abstimmung von dem, was tatsächlich möglich ist, schließt diese Lücke. Es ist Aufgabe der Führung, für eine klare Linie zu sorgen. Denn wenn alles wichtig ist, ist gar nichts wichtig.

Fortgeschrittene Resignation

Es gibt eine Ursache für fehlendes Commitment, die tatsächlich kritisch ist, und der man nur mit großer Anstrengung begegnen kann: die zunehmende Abkapselung eines Mitarbeiters. Hat jemand innerlich gekündigt, werden Aufgaben nur noch pro forma übernommen.

Die Wiederherstellung ist ein langer Weg. Am besten, man lässt es gar nicht erst so weit kommen.